Tandem - Inklusivpädagogisches Intensivangebot für Mutter und Kind


Aufnahme:
Schwangere und Mütter mit ihren Kindern ab dem 1. Lebenstag
Plätze: 5 Mutter-Kind-Paare sowie 2 Varioplätze für Geschwisterkinder
Gesetzl. Grundlage: SGB VIII §§ 19, 27, 34, 36, 37, 35a, 41; § 8a
SGB XII § 53 i. V. m. § 2 SGB IX

Zielgruppe

Das Inklusivpädagogische Intensivangebot für Mutter und Kind TANDEM richtet sich an Schwangere sowie Mütter mit ihren Kindern, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage sind, in einer eigenen Wohnung zu leben und/oder durch die der Schutz, die grundlegende Versorgung und die Förderung der Kinder nicht sichergestellt sind.

TANDEM steht Frauen mit und ohne diagnostizierte/r Behinderung offen. In der Regel weisen sie Beeinträchtigungen im Bereich Lernen, der kognitiven und/oder ihrer sozial-emotionalen Entwicklung auf, weswegen sie für sich und ihr Kind ein geschütztes Umfeld und einen überschaubaren Rahmen benötigen.

Häufig sind dies

  • Mütter, die aufgrund der eigenen Sozialisation einen besonderen Hilfebedarf haben,
  • Frauen mit Beeinträchtigungen im Bereich Lernen und Intelligenz (leichte Intelligenzminderung), deren Ressourcen unklar sind,
  • Mütter, bei denen Unsicherheit besteht, ob sie ihre Mutterrolle angemessen annehmen und ausfüllen können,
  • Mütter, bei denen Unklarheit darüber besteht, ob das Kindeswohl durchgängig durch sie sichergestellt werden kann,
  • Mütter mit schwierigem psychosozialem und biographischem Hintergrund sowie
  • Mütter, die aufgrund von Gewalt-, Sucht- oder Verwahrlosungserfahrungen besonderen Halt und Orientierung benötigen,
  • Mütter, die von einer seelischen Behinderung betroffen oder bedroht sind.

Ausschlusskriterien:

  • eine akute Suchtproblematik der Mutter
  • eine gravierende geistige oder körperliche Behinderung
  • oder klinisch, psychiatrisch behandlungsbedürftige Störungsbilder

Inklusivpädagogisches Verständnis

Mütter mit kognitiv eingeschränkten Fähigkeiten, Entwicklungsdefiziten, Beeinträchtigungen in der sozial-emotionalen Entwicklung und/oder ggf. psychischen Belastungen oder Auffälligkeiten sind nicht weniger in der Lage, selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und ihre Kinder zu versorgen, zu fördern und zu erziehen. 

Pädagogische Handlungsansätze

Entsprechend unseres inklusiven Selbstverständnisses ist der strukturelle, zeitliche und pädagogische Rahmen im TANDEM gestaltet und das didaktische Vorgehen der Fachkräfte in der Arbeit mit den Müttern und ihren Kindern angelegt.

Die Frauen werden in allen Bereichen der täglichen Pflege, Versorgung, Betreuung, Erziehung und Förderung ihrer Kinder engmaschig, wenn erforderlich im 1:1 Kontakt, am Tag und in der Nacht begleitet.

Die Mütter werden entsprechend ihrer Lernfähigkeit bzw. ihres Lerntempos sowie ihrer Kompetenzen und Anliegen kleinschrittig und methodisch abgestimmt in allen Bereichen angeleitet, unterstützt, gefördert und/oder beraten.

Auf Grundlage dieser Arbeit werden unter Berücksichtigung ihrer individuellen Ressourcen, Kompetenzen und Grenzen mit den Frauen mögliche Lebensperspektiven erarbeitet, zielgerichtet geplant und umgesetzt.

Durch die durchgängige Präsenz (24 Stunden, Tag und Nacht) der Fachkräfte ist es möglich, die nicht oder noch nicht vorhanden Ressourcen der Mütter auszugleichen, die Frauen kontinuierlich anzuleiten, zu begleiten oder zu unterstützen und bei Bedarf zur Sicherung des Kindeswohls jederzeit situativ und zeitlich begrenzt ersetzend tätig zu werden.

Ziele

Ziel der inklusivpädagogischen Intensivmaßnahme ist es, dass die Frauen in einem geschützten Rahmen in ihre Rolle als Mutter finden und das familiäre Zusammenleben erproben und erlernen können.

Dementsprechend wird im Hilfeprozess mit den Müttern daran gearbeitet, die vorhanden Ressourcen und Kompetenzen zu klären, zu stärken, zu fördern, zu erweitern und zu festigen sowie eine Perspektive nach dem Aufenthalt für Mutter und Kind zu entwickeln.

Ziele für die Mutter:

  • stabile und tragfähige Mutter-Kind-Bindung
  • gelingende Schwangerschaft und Entbindung
  • dem Bedarf des Kindes angemessene Erziehungskompetenzen der Mutter
  • angemessene (Weiter-)Entwicklung und Festigung der Persönlichkeit als Frau und als Mutter
  • angemessene Versorgung und Pflege des Kindes (Wickeln, Ernährung, Baden, Förderung, Erziehung usw.)
  • durchgängige Sicherstellung des Kindeswohls durch die Mutter und entsprechende (Weiter-)Entwicklung der Selbstwirksamkeit der Mutter
  • möglichst selbstständige Tages- und Wochenstrukturierung für das Familienleben durch die Mutter
  • eigenverantwortliche und selbstbestimmte Lebensführung der Mutter mit ihrem Kind
  • Beschäftigung oder berufliche Tätigkeit
  • Annehmen der eigenen Grenzen und Umgang mit Beeinträchtigungen lernen
  • ggf. Erkennen eines eigenen therapeutischen Bedarfs und Annahmen entsprechender Unterstützung
  • Klärung und Erarbeitung einer realistischen Lebensperspektive und Begleitung bei der Umsetzung der ersten Schritte zur Vorbereitung auf die Zeit nach der Maßnahme

Ziele für das Kind:

  • eine gesunde leibliche, seelische und emotionale Entwicklung

Das Verfolgen und Erreichen von Entwicklungszielen für das Kind erfolgt individuell über die Zielplanung der Mutter.


Suchbegriff eingeben:


CJG Hermann-Josef-Haus

Dechant-Heimbach-Straße 8
53177 Bonn-Bad Godesberg
Tel. 0228 95134-0
Fax 0228 95134-66
info~cjg-hjh.de

Ansprechpartner

Markus Pütz
Bereichsleitung
Tel. 0228 95134-60
m.puetz~cjg-hjh.de

Leistungsbeschreibung

Weiterführende Informationen zu diesem Angebot können Sie gern bei uns bestellen.